Sat 29 Aug 2009
seit langem mal wieder eine kleine Geschichte von einem meiner Ausflüge, für die die es interessiert…
Im März (27-29) dieses Jahres habe ich meine bis dato längste Motorradtour gemacht.
Hierzu eine kleine Vorgeschichte. Jeden Donnerstag Abend (im Sommer) treffen wir uns hier in Wellington mit diversen Mopped (Motorrad) Fahrern um über die berühmt berüchtigten Rimutakas (einer 20km langen kurvigen Passstraße) nach Masterton auf eine kleine Cola zu fahren. Bei einem dieser Ausfahrten traf ich Ben, einen Engländer der schon länger in NZ lebt. Er erzählte mir das er mit zwei seiner Kumpels nächste Woche hoch nach Taupo fähr wo am Freitag ein Trackday ist.
Trackdays sind hier in NZ dafür gedacht sich mit seinem Motorrad auf einer eigens für Motorradfahrer gemieteten Rennstrecke einmal in ruhe und gefahrenfrei an sein Motorrad zu gewöhnen, neue Fahrtechniken zu testen und dabei auch einmal legaler weise das maximale speed limit von 100km/h überschreiten zu dürfen.
Da ich hier schon einmal bei solch einem Trackday (jedoch auf einer anderen Rennstrecke) Teilgenommen habe, war ich natürlich sehr interessiert und habe Ben einfach gefragt ob ich mich nicht dazu gesellen könnte um mit ihnen am Donnerstag Abend hoch nach Taupo zu fahren. Offen wie Kiwis halt sind, hatte er kein Problem damit das ich mich dazu gesellt habe.
Somit sind wir dann Donnerstags zeitig von der Arbeit los um die 380km hoch nach Taupo zu fahren wo wir in einem Haus übernachteten welches einem der Jungs gehörte und nur als holiday home von ihm und seiner Familie verwendet wurde.
Freitags ging es dann nach kurzer Bike Vorbereitung auf die Rennstrecke wo wir uns dann den ganzen Tag mit unseren Bikes auf der Rennstrecke vergnügt haben. Es ist einfach mal etwas ganz anderes auf einer abgesperrten Strecke ohne Gegenverkehr, Dreck, Schafen etc. unterwegs zu sein. Man kann sich einfach mal auf das pure Fahren konzentrieren und Fahrtechniken austesten die so auf normalen Straßen viel zu gefährlich währen…
Nachdem wir an dem Tag dann fast 200km auf der Rennstrecke verbracht haben ging es Abends erst einmal in den nahegelegenen Pub wo neben reichlich Bier die Ereignisse des Tages fachmännisch diskutiert worden.
Am nächsten Morgen ging es für mich relativ zeitig los, da ich mir vorgenommen hatte um das East Cape herum zurück nach Wellington zu fahren. Das EastCape hatte ich ja zuvor schon einmal mit dem Auto bereist und hätte zu diesem Zeitpunkt schon viel lieber mein Motorrad mit gehabt. Leider hatte keiner von den Jungs Zeit, was dazu führte das ich die Strecke alleine zurück legen musste.
Von Taupo aus ging es also dann an diesem Morgen los an Rotorua mit seinem Schwefelgestank vorbei nach Opotiki wo nach ca. 230km erst einmal wieder getankt werden musste. Da die Zeit leider etwas schneller vorbei ging als geplant, viel das Mittagessen kurz und Gesund aus. In Form von einem Apfel, einem Mars Riegel sowie einem V energy drink (dem Kiwi Red Bull). Der Plan war eigentlich an dem Samstag komplett um das East Cape herum zu fahren um irgendwo vor Gisborne zu übernachten. Jedoch schaffte ich es nur bis zum 240km entfernte Tokomaru Bay, wo ich ziemlich erschöpft in dem Backpacker “BriansPlace” das Quartier für die Nacht bezog.
Gründe zum frühzeitigem Stop war einfach die Müdigkeit, denn die 240 km von Opotiki nach Tokomaru Bay besteht aus 99% kurviger Straße (mit sehr griffigem Belag) wie es sich jeder Biker im vollen NRW /Deutschland nur wünschen würde. Diese Strecke hatte es in sich, teilweise hätte ich mir ein Stück gerade Straße gewünscht um einfach mal eine weile auf meinem Bike zu “entspannen” soweit man das auf einer Suzuki GSXR 1000 überhaupt kann ;-).
Der Backpacker in Tokomaru Bay lag wie der Name schon sagte an einer Bucht, die an dem späten Nachmittag Menschenleer war. Somit konnte ich meine von Motorradstiefeln geplagten Füße erst einmal Barfuß im schwarzen Sandstrand erholen und dabei ein paar Bilder schießen sowie die Seele Baumeln lassen.
Zurück im Backpacker, traf ich dann ein junges deutsches Pärchen und einen Schweizer der bestimmt so um die 50+ war. Er bot mir netterweise ein Glas seines Rotweins an, welches ich gerne an nahm. Somit philosophierten wir über die Unterschiede zwischen Deutschland/Schweiz und Neuseeland. Ein Thema was man hier einfach immer wieder mit Europäern und Kiwis führt.
Morgens gegen 8am ging es dann nach einem “English Breakfast” Tee als Frühstück auch schon weiter. Auf dem Programm standen noch 670km sehr kurviger Straße bis zurück nach Wellington. Google Maps hatte mir vorhergesagt das ich für diese Strecke ca. 9 einhalb Stunden brauchen würde. Gut das die Jungs bei google die Zeit mit der Geschwindigkeit von Autos kalkulieren… :P. Nicht desto trotz war das Tagesprogramm mehr als straff!
Nachdem ich in Tokomaru Bay noch ein Paar Bilder vom Bike machte, ging es dann auch schon weiter durch die wunderschöne Natur Neuseelands, in den Tälern war noch der Morgennebel den ich mit meiner Suzuki durchfuhr, einfach ein traumhaftes Erlebnis. In Gisborne wurde erst einmal wieder getankt und ein Müslibar gefrühstückt. Weiter ging es die folgenden kurvigen 200km bis nach Napier wo ich gegen Nachmittag ankam und meinen hungrigen Magen mit einem gesunden Burger King Menü belohnte.
Weiter ging es dann bis nach Wellington wo ich dann nach weiteren 350km ziemlich erschöpft an kam. Das Ergebnis des Wochenendes waren ca. 2000km auf meinem Motorrad in der unbeschreiblichen Natur Neuseelands. Hier kann man das Motorrad fahren in seinen schönsten Fassetten erleben. Einfach unglaublich!!!